Der Bau von Versorgungsplattformen, die Hochwasserschäden widerstehen, ist für die Aufrechterhaltung wichtiger Dienste und die Minimierung der Wiederherstellungszeit nach Überschwemmungen unerlässlich. Eine hochwasserbeständige Versorgungsplattform muss sorgfältig mit mehreren wichtigen Strukturelementen konstruiert werden, um hydrostatischen und hydrodynamischen Kräften standzuhalten, Schäden an Versorgungssystemen zu verhindern und eine schnelle Wiederherstellung der Funktion zu ermöglichen.
1. Höhe über der geplanten Hochwasserhöhe (DFE):
Um Überschwemmungen zu vermeiden, muss die Plattform über die vorgesehene Hochwasserhöhe hinaus angehoben werden. Die Erhöhung ist der wichtigste Schutzmechanismus und stellt sicher, dass elektrische Komponenten, Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme, Kraftstofftanks und andere Versorgungseinrichtungen bei Hochwasser trocken und betriebsbereit bleiben. Diese Erhöhung kann durch den Bau stabiler Plattformen, Sockel oder Regale erreicht werden, die sicher an strukturellen Stützen befestigt sind, die den Kräften des Hochwassers standhalten[3].
2. Verwendung von hochwasserbeständigen Materialien:
Die für die Konstruktion der Plattform verwendeten Materialien müssen längerem Kontakt mit Hochwasser standhalten, ohne nennenswerte Schäden zu erleiden. Geeignete Materialien sind Ortbeton, Betonblöcke, Stahl, Sperrholz in Marinequalität und wasserfeste Beschichtungen. Diese Materialien widerstehen Verschleiß, Korrosion und struktureller Schwächung, wodurch die Lebensdauer der Plattform verlängert und die Reparaturkosten nach Überschwemmungen reduziert werden.
3. Strukturelle Integrität zur Widerstandsfähigkeit gegen Hochwasserkräfte:
Die Plattform und ihre Stützen müssen so konstruiert sein, dass sie dem hydrostatischen Druck (Kräfte des stehenden Wassers), dem hydrodynamischen Druck (Kräfte des fließenden Wassers), dem Auftrieb sowie der Auskolkung bzw. Erosion im Bereich der Fundamente standhalten. Dazu gehört eine feste Verankerung der Plattform, um ein Aufschwimmen, Einsturz oder seitliche Bewegungen bei Hochwasser zu verhindern. Die Fundamente sollten robust und gegebenenfalls verstärkt sein, um der kombinierten Belastung durch Hochwasser und das Gewicht der Versorgungseinrichtungen standzuhalten.
4. Überlegungen zur Entwässerung und Belüftung:
Obwohl die Plattform erhöht ist, sollte die Konstruktion eine ausreichende Entwässerung und Belüftung ermöglichen, um Wasseransammlungen und Feuchtigkeitsbildung zu verhindern, die die Ausrüstung beschädigen oder Schimmelbildung begünstigen könnten. Die Entwässerungswege sollten den Abfluss von Hochwasser ermöglichen, ohne dass Schadstoffe eingeschlossen werden, und die Belüftung sollte die Trocknung nach Hochwasserereignissen erleichtern[2].
5. Zugänglichkeit und sichere Befestigung:
Die Plattform sollte während und nach Überschwemmungen einen sicheren Zugang zu den Versorgungseinrichtungen ermöglichen und häufig Treppen oder Rampen umfassen. Alle Geräte müssen sicher an der Plattform befestigt sein, um ein Verrutschen oder eine Beschädigung durch Hochwasser oder Trümmer zu verhindern. Zurrgurte, Anker und wasserdichte Gehäuse können den Schutz von Geräten verbessern, die nicht verschoben oder weiter angehoben werden können.
6. Kompatibilität mit Versorgungssystemen:
Die Plattformkonstruktion muss den spezifischen Anforderungen verschiedener Versorgungssysteme wie Elektro-, Sanitär-, Kraftstoff- und Kommunikationssystemen gerecht werden. Komponenten, die für Serviceanschlüsse unterhalb der DFE verlaufen müssen, sollten mit zusätzlichen Hochwasserschutzmaßnahmen ausgestattet werden. Höhen- oder In-Place-Schutzmaßnahmen sollten den lokalen Vorschriften und Standards entsprechen, wie sie beispielsweise vom National Flood Insurance Program (NFIP)[1][3] festgelegt wurden.
7. Minimierung der Auswirkungen von Hochwasserlasten auf das Gebäude:
Die Plattform- und Versorgungssysteme sollten in das Fundament und die Tragkonstruktion des Gebäudes integriert werden, um die auf das Gebäude übertragenen Hochwasserlasten zu minimieren. In hochwassergefährdeten Gebieten tragen erhöhte Plattformen auf Pfählen oder Säulen mit Sollbruchstellen unterhalb der DFE dazu bei, das Schadensrisiko zu verringern und die Gebäudestabilität bei Hochwasser zu gewährleisten.
Zusammenfassend erfordert eine hochwasserbeständige Versorgungsplattform eine Kombination ausHöhe über dem Hochwasserspiegel, Verwendung langlebiger, hochwasserbeständiger Materialien, robuste strukturelle Verankerung, effiziente Entwässerung und Belüftung, sichere Befestigung der Ausrüstung und Einhaltung der Standards für das Hochwassermanagement. Zusammen stellen diese Elemente sicher, dass die Versorgungssysteme bei Hochwasser funktionsfähig, zugänglich und geschützt bleiben, was zu einer schnelleren Wiederherstellung beiträgt und die langfristigen Schadenskosten reduziert.
[1]https://www.fema.gov/sites/default/files/2020-07/fema_p-348_protecting_building_utility_systems_from_flood_damage_2017.pdf
[2]https://www.designingbuildings.co.uk/wiki/Flood_Resilient_Construction
[3]https://www.fema.gov/pdf/fima/pbuffd_complete_book.pdf